Wohnen mit Unterstützung in Herford

In der Lerchenstraße in Herford, etwa zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt, bietet das Johanneswerk im Stadtteil ambulante Versorgung - für Menschen mit entsprechenden Bedarfen an. Sie umfasst Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung und Leistungen der Eingliederungshilfe nach SGB XII. Ein multiprofessionelles Team ist 24 Stunden für Menschen mit Assistenzbedarfen erreichbar. Alle Leistungen sind flexibel und individuell nach Ihren Wünschen der Bewohner/innen des Quartiers ausgerichtet. Auf Wunsch erhalten alle Menschen des Quartiers Unterstützung im Haushalt oder bei alltäglichen Verrichtungen wie Wäschewaschen oder Einkaufen oder andere niedrigschwellige Dienstleistungen.
Die Mitarbeiter/innen von Johanneswerk im Stadtteil verstehen sich nicht nur als Dienstleister in Sachen Pflege, sondern auch als Ansprechpartner für die Belange der Bewohner des Stadtteils. Ob Sie Hilfe beim Vorlesen der Post brauchen, regelmäßig in Begleitung spazieren gehen möchten oder die Organisation und Begleitung eines Theater- oder Friseurbesuches wünschen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Ihnen gerne zur Seite.
Diese Wünsche können individuell (und auch kurzfristig) verwirklicht oder als gemeinschaftliche Veranstaltung für die Nachbarschaft organisiert werden. Der Service steht auch den Menschen offen, die keine Pflege benötigen.


Ausgangslage/ Problemstellung

Unser Kooperationspartner der kommunalen Wohnungswirtschaft, die wws (Wohn- und Wirtschaftsservice Herford) engagiert sich bei den Herausforderungen, die eine Alterung bestimmter Stadteile mit sich bringt. Erhebliche Versorgungsbedarfe sowie die Wünsche der langjährigen Mieter/innen der wws in ihrem angestammten Wohnquartier dauerhaft zu verbleiben, hat dazu geführt neue Wege der Kooperation mit sozialen Dienstleistern zu suchen.
Das Ev. Johanneswerk verfügte über Erfahrungen und Kenntnisse, die diesen Wünschen und Herausforderungen entsprechen und eine Lösung im Sinne einer win-win-Situation für alle Beteiligten herbeiführte.


Ziele

  • Abgestufte Formen der Versorgungssicherheit für alle Menschen im Quartier
  • freiwilliges Engagement von Nachbarn, Bewohner/innen und Angehörigen
  • Realisierung des Welfare-Mixes auf der Grundlage von Vereinbarungen und entsprechenden Strukturen der Mitwirkung
  • Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team
  • Kooperationen mit anderen Akteuren im Quartier (Dienstleister, Wohnungswirtschaft, Kommune, Kirchengemeinde, Vereine u.a.)
  • Realisierung von Partizipation und Teilhabe aller im Quartier lebender Menschen


Inhaltliche Ausgestaltung

Die Wohnanlage verfügt über neun barrierefreie Wohnungen. Die Versorgung der Bewohner/innen erfolgt in einer gemeinsamen Wohnküche mit großer Außenterasse, die von der wws gefördert wurde. Ein kleiner Nachbarschaftstreff lädt alle im Quartier lebenden Bewohner/innen zum Mittagstisch, zur Betreuung und Freizeit- und Kulturarbeit ein.
Der ambulante Dienst bietet allen im Quartier lebenden Menschen eine 24h-Versorgungssicherheit, die einen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit bis zum Tode garantiert.

Konkret werden u.a. folgende Dienstleistungen erbracht:

  • Grundpflege (körperliche Pflege)
  • Behandlungspflege gemäß der ärztlichen Verordnung (therapeutische Pflege)
  • Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung
  • Hauswirtschaft
  • Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung
  • Hilfsmittelberatung
  • Anleitung von pflegenden Angehörigen, Nachbarn und Freunden
  • Nachbarschaftshilfe
  • Förderung ehrenamtlicher Aktivitäten
  • Soziale Hilfen
  • Begleitung bei Arztbesuchen und beim Einkaufen
  • Beistand für Sterbende und palliative Versorgung
  • Nachtbereitschaft
  • Orientierungshilfen und Hilfen zur Alltagsstrukturierung
  • Individuelle Hilfen für das Wohnen in der eigenen Wohnung
  • Fachliche Kooperationen mit Ärzten, Therapeuten, Krankenhäusern und anderen spezifischen Berufsgruppen und Institutionen
  • Betreuungsangebote
  • Unterstützung bei Beantragung von Leistungen aus dem SGB XI, V, XII


Meilensteine

  • Gründung der Kooperation in 2008
  • Umbau der bestehenden Wohnanlage mit Neubau des Nachbarschaftszentrums 2008/2009
  • Eröffnung des Wohnprojekts in April 2009
  • Alle Wohnung waren im Juni 2009 vermietet
  • Der ambulante Dienst verfügt über die rechtliche Anerkennung und Versorgungsverträge zu:

    • Pflege- und Krankenkassen
    • Landschaftsverband Westfalen-Lippe
    • Genehmigung des VDEK zur Erbringung der Leistungen der Psychiatrischen Krankenpfleg

 

Akteure

  • Vertreter der kommunalen Wohnungswirtschaft wws
  • Johanneswerk im Stadtteil
  • Stadt Herford
  • Marie-Schmalenbach Haus und Johannes-Haus, Herford
  • Palliativ-Netzwerk, Herford


Bürgerbeteiligung

  • Wohnquartier im nord-östlichen Stadtteil Herfords
  • Regelmäßige Mieterversammlung
  • Regelmäßige Treffen der Nachbarschaften des Quartiers
  • Implementierung von Fragen des Verbraucherschutzes (geplant)


Finanzierung

  • 100%- Förderung der baulichen Struktur durch die wws
  • Refinanzierung der Wohnungen durch Mietzins auf der Grundlage sozial-geförderten Wohnraums
  • Dienstleistungen des ambulanten Anbieters durch Selbstzahler/innen, Leistungen der Kranken- und Pflegekasse erwirtschaftet
  • Eingliederungshilfe durch Leistungen des Landschaftsverbandes Westfalen/Lippe
  • Einmalige Zuschüsse der Stadt Herford für niedrigschwellige Angebote
  • Zuschüsse für fachliche Entwicklung durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe


Erfolge/ Nachhaltigkeit und Verbreitung

  • Die wws saniert weiteren Wohnungsbestand im Quartier in erheblichem Umfang
  • Die Erdgeschoss-Wohnungen erhalten einen barrierefreien Zugang nach Din 18025 Teil II

 

Projektstandorte

Hier finden Sie eine Übersicht über weitere Projektstandorte des Evangelischen Johanneswerks.


Detailinformationen

Hier finden Sie weitere Informationen über die Quartiersprojekte des Evangelischen Johanneswerks.

 

Kontakt und Ansprechpartner

Evangelisches Johanneswerk e. V.
Ulrike Overkamp
Schildescher Straße 101 – 103
33611 Bielefeld
Telefon: 0521 801-2587
E-Mail: ulrike.overkamp(at)johanneswerk.de

 

Stand: Oktober 2010